DeutschEnglish
Sample list of courses taught in recent semesters:

“Things Matter”: Modernist Recuperations of the Everyday

Columbia University, Department of Germanic Languages and Literatures, Spring 2010

This course examines the many ways in which writers, artists, cultural theorists, and philosophers in the first decades of the 20th century attempt to rediscover the quotidian object world. Departing from the notion that modern experience has fundamentally altered—and damaged—the relations between humans and “things,” these thinkers develop strategies to recuperate the materiality and complexity of the everyday. The seminar will study the way in which these strategies oscillate between new forms of “realism” and modes of therapeutic “estrangement,” focusing on readings and visual materials by Simmel, Cézanne, Rilke, Musil, Heidegger, Kafka, Benjamin, Moholy-Nagy, and others.

» Syllabus (PDF)

Introduction to German Literature

Columbia University, Department of Germanic Languages and Literatures, Fall 2009

This course offers an introduction to German literary works from the 18th-20th centuries, in the process pursuing three interrelated goals: 1) It will familiarize students with a number of canonical texts ranging historically from the Enlightenment to the modernist period. 2) It will provide a basic understanding of various literary genres, including several forms of short prose (fable, fairy tale, etc. ) and lyric poetry (song, ballad, sonnet, etc.). 3) It will help students to develop their ability to read, talk, and write both descriptively and analytically about the texts you encounter throughout the semester. To that end, the course will particularly emphasize the acquisition of conceptual tools and vocabulary for interpreting literary works in German. Thematically, the course focuses on literary depictions of Menschen-Tiere—beings that transcend and destabilize the distinction between animals and humans. It will look at a wide range of texts in which animals speak and act (almost) like humans (and vice versa), and analyze the different ways in which these hybrid characters relate to the poetics of particular genres, and to notions of literary representation more generally.

» Syllabus (PDF)

Das "Ende" des Buches: Geschichte eines Topos im 20. und 21. Jahrhundert

Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutsches Seminar, Sommersemester 2009

"Das trockene Buch ist vom Publikum ad acta gelegt; die Zeitung wird flüchtig durchblättert, und abends wird der Bilderhunger im Kino befriedigt." Seitdem ein anonymer Zeitgenosse im Jahr 1910 die kulturelle Entwicklung in diesen Worten beschrieb, ist die Rede vom "Siegeszug" der neuen Unterhaltungsmedien und - parallel dazu - vom "Ende" der traditionellen Buchkultur zu einem immer wieder neu belebten Topos in der kulturtheoretischen Reflexion geworden. Angefangen mit der Verbreitung von Film und Rundfunk in den 1910er und 1920er Jahren über den Aufstieg des Fernsehens zum Massenmedium der Nachkriegsjahrzehnte bis hin zur steilen Karriere des Computers seit den 1980ern - immer wieder haben medientechnische Umbrüche Anlass dazu gegeben, den Stellenwert des "alten" Mediums Buch in Frage zu stellen und die Zukunft der von ihm verkörperten literarischen Kultur neu zu überdenken. Das Seminar geht den verschiedenen Stationen, Positionen und Formen dieser anhaltenden Debatte nach, um zu ermitteln, worin einerseits ihre historischen Voraussetzungen sowie andererseits ihre grundsätzliche Relevanz für das (heutige) Verständnis von Literatur bestehen.

» Syllabus (PDF)

Lautpoesie und Lautpoetiken der europäischen Avantgarde

Freie Universität Berlin, Peter-Szondi Institut für AVL, Wintersemester 2008/09

"Kroklowafzi? Semememi! / Seiokronto - prafriplo: / Bifzi, bafzi; hulalemi: / quasti basti bo ..." So beginnt DAS GROSSE LALULA von Christian Morgenster, eines der frühesten und bekanntesten Beispiele jener Lautpoesie, die im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zur Entfaltung kommt. Seit den 1910er Jahren entwickeln sich lyrische Texte dieser Art, die von aller konventionellen Semantik abstrahieren, zu den markantesten literarischen Erzeugnissen der europäischen Avantgarden. Von den ästhetischen Praktiken des Expressionismus (Wassily Kandinsky, August Stramm, Rudolf Blümner) über die poetischen Programme der Futuristen (F.T. Marinetti, Velimir Chlebnikov, Aleksej Krucenych) bis hin zu den Sprachexperimenten des Dadaismus (Hugo Ball, Raoul Hausmann, Kurt Schwitters) wird dabei die akustische Materialität der Sprache zum primären - und häufig einzigen - "Inhalt" literarischer Texte. Das Seminar untersucht die verschiedenen Aspekte dieser Entwicklung durch die genaue Analyse lautpoetischer Kompositionen und Manifeste sowie durch die ergänzende Lektüre psychologischer und sprachtheoretischer Abhandlungen (u.a. Wundt, Cassirer, Jakobson, Benjamin). Dabei werden die ästhetischen Zielsetzungen und Wirkungen der Lautpoesie ebenso erörtert wie die historischen Gründe für ihre Entstehung. Zugleich soll die Beschäftigung mit diesen Fragen auch von einer grundsätzlichen literaturwissenschaftlichen Methodenreflexion begleitet sein: Wie lässt sich sinnvoll über Texte sprechen, die - wenigstens zu großen Teilen und ihrem eigenen Anspruch nach - allen (erkennbaren) Sinn bewusst zu liquidieren scheinen?

» Syllabus (PDF)

Nerven/Krisen: Krankheitsbilder der literarischen Moderne

Freie Universität Berlin, Peter-Szondi Institut für AVL, Sommersemester 2008

Im Zuge ihrer Proklamation im späten 19. Jahrhundert definiert sich die ästhetische Moderne als eine Epoche der "Nervenkunst" (Hermann Bahr). Schlagwörter wie Reiz, Sensation, Empfindung und Physiologie avancieren zu Kernbegriffen in den poetologischen Debatten der Zeit, und in den Brennpunkt vieler literarischer Werke rückt eine "Zergliederung" der Seele. Mit dem Anspruch, das psychische Leben in seinen elementaren Bedingungen und Prozessen zu analysieren und darzustellen, verbindet sich dabei ein besonderes Interesse an neuropathologischen Phänomenen: an Neurasthenie, Nervosität, Neurosen und Psychosen, kurz: an Nervenkrisen und -krankheiten aller Art, die nun als Signum einer "modernen" Existenz begriffen und auf verschiedenste Weise narrativ und dramatisch in Szene gesetzt werden. Das Seminar untersucht diese Konjunktur der Nerven und ihrer Krankheiten im Spannungsfeld von ästhetischen Strömungen wie Naturalismus, Ästhetizismus, Décadence und Expressionismus sowie im Kontext von Wissensfeldern wie Soziologie, Psychologie, Medizin und Psychoanalyse. Gelesen werden Texte u.a. von Bahr, Huysmans, Hofmannsthal, Wilde, Freud, Strindberg, Schnitzler, Simmel, Rilke, Döblin und Benn.

» Syllabus (PDF)